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33 Jahre Offinger Filmtage

Im Miteinander organisieren das Team der Volkshochschule, das Kinobesitzerehepaar Albrecht und der Markt Offingen seit 33 Jahren die Offinger Kinofilmtage. Unser Nobelkino gewinnt dadurch jedes Mal einen weiteren Mosaikstein, der die Attraktivität unseres Kinos deutlich steigert.


Dass wir Offinger ein attraktives Kino haben, verdanken wir in erster Linie dem Einsatz der Familie Albrecht, die auch in mageren Zeiten nicht verzagt und sich immer wieder neue Highlights einfallen lässt.


Als ihr Bürgermeister freue ich mich auf die Offinger Filmtage und hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit zahlreichen Kinobesuchen den weiteren Erhalt unseres Nobelkinos sichern. Dem Ehepaar Albrecht und dem Team der VHS möchte ich an dieser Stelle im Namen des Marktes Offingen für Ihr tolles Engagement danken.


Mit besten Grüßen

 

Ihr

Thomas Wörz
Erster Bürgermeister

 


Volkshochschule Günzburg, vhs-Außenstelle Offingen, Markt Offingen, Donau-Lichtspiele Offingen laden ein:


33. Offinger Filmtage


Donnerstag, 23. September 2021 bis Sonntag, 26. September 2021
Eröffnung: Donnerstag, 23.09.2021, 19:45 Uhr
Donau-Lichtspiele, Leonhardstr. 4, 89362 Offingen


„1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Eine filmische Perspektive!“

 


Liebes treues Publikum der Offinger Filmtage,

das Attentat von 2019 in Halle an Jom Kippour, dem höchsten jüdischen Feiertag, war in den letzten Jahren der sehr traurige Höhepunkt einer Reihe antisemitischer Übergriffe, die nicht enden wollen. lm Gegenteil: Jüdinnen und Juden in Deutschland werden zunehmend angefeindet.


Seit mindestens 1.700 Jahren leben Juden in Deutschland und haben es bereichert und geprägt, bis der Holocaust dieses nachhaltig unterbrochen hat. Sie haben als Stadträte, Lehrer, Künstler, Kautleute, Handwerker, Wissenschaftler, Soldaten und Politiker gearbeitet und die Gesellschaft mitgeformt. Sie waren Nachbarn, Kollegen und Freunde, Außenseiter, Sündenböcke und Verfolgte.

 

1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: 2021 ist aus diesem Grund ein bundesweites Festjahr, das sowohl an Holocaust und Antisemitismus erinnern, als auch Eindrücke von jüdischer Kultur vermitteln will, wie sie heute zwischen Nordsee und Alpen lebendig ist.

 

Die vhs Günzburg will den Antisemiten, Rechtsradikalen, Rassisten und Faschisten in diesem Land die Bühne nicht überlassen und feiert mit, indem sie die diesjährigen Offinger Filmtage dem jüdischen Film widmet. Auf dieser Weise wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, das aktuelle künstlerische Schaffen jüdischer Filme-macher*innen und Schauspieler*innen, an vier Abenden in den Mittelpunkt zu rücken.


ln diesem Jahr werden aber auch die Kinder bedacht: Mit dem französischen Film ,,Fannys Reise" wollen wir Kinder und Jugendliche ermutigen, sich mit dem dritten Reich und der Judenvernichtung auseinanderzusetzen. ,,Fannys Reise" ist eine zeitlose Geschichte über Mut, Solidarität, Überlebenswillen und den Einsatz für andere.


Dieser Film kann die Wirklichkeit nicht verändern, aber er kann auf das Denken und Fühlen, auf die Haltungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und der Welt einwirken. Wir laden Sie also ein, mit uns auf jüdische Lebensrealitäten zu schauen und durch nuancierte filmische Zugänge vielleicht überraschende und bereichernde Einsichten zu gewinnen.

Ohne Platzreservierung kein Zutritt! Tel. 08224 801355!

 


Donnerstag, 23.09.2021 / 20:00 Uhr
Eröffnungsfilm:
„Winterreise“, 2020, Dänemark, 91 Min.
Regie: Anders Östergaard


Eltern, die unbekannten Wesen. Vielleicht kommt im Leben eines jeden (erwach-senen Kindes) irgendwann der Moment, in dem es sich fragt, welche Geschichte eigentlich die eigenen Eltern haben. ln seinem 2002 veröffentlichten lnterview Buch ,,Die unauslöschliche Symphonie: Musik und Liebe im Schatten des Dritten Reiches - eine deutsch-jüdische Geschichte" hat sich der US-Radiomoderator Martin Goldsmith mit seinem Vater und dessen Vergangenheit befasst. Anders Östergaard hat das Werk in Form eines filmischen Essays für die Leinwand adaptiert.


Martin Goldsmith weiß nur wenig über die Vergangenheit seiner jüdischen Eltern. Er weiß nur, dass sie vor dem Zweiten Weltkrieg in Nazi-Deutschland lebten und von dort flohen, während ihre restliche Verwandtschaft starb.
Nun will Goldsmith die Geschichte seiner Eltern rekonstruieren und führt dafür Gespräche mit seinem Vater, die in diesem Doku-Drama nachgestellt sind. Wie ein Puzzle setzt sich das Leben seiner Eltern vor Goldsmith'Augen zusammen. ln seiner Mischung aus dokumentarischem Material und gespielten Szenen ist Winterreise ein interessanter, spannungsreicher Ansatz, sich mit Historie auseinanderzusetzen. Es wird deutlich. wie sehr das historische Geschehen den Werdegang eines Menschen beeinflussen und dessen Wesen prägen kann. Bruno Ganz brilliert dabei in seiner
letzten Rolle mit seiner introvertierten lnterpretation eines Mannes, der viele Erinnerungen tief vergraben hat, um weiterleben zu können.


Freitag, 24.09.2021 / 20:00 Uhr

„Kiss me koscher“, 2017, Deutschland, Israel, Frankreich, 106 Min.
Regie: Shirel Peleg

Die maximal unmögliche Partnerwahl mitten in lsrael ist wirklich sehr außergewöhnlich: Die deutsche Biologin Maria Müller   (Luise Wolfram) und die israelische Barbesitzerin Shira Shalev (Moran Rosenblatt) verlieben sich während Marias lsrael-Aufenthalt Hals über Kopf ineinander. Vor allem Shiras Oma Berta (Rivka Michaeli) ist die Liebe ein Dorn im Auge, eine Deutsche und eine Jüdin, das geht für sie gar nicht! Drei leidenschaftliche und intensive Monate verbrachten die beiden Frauen miteinander, ehe Maria nach einem kurzen Heimataufenthalt mit gepackten Koffern bei Shira vor der Tür steht und bei ihr einziehen will. Nachdem Maria ein Missgeschick passiert, interpretiert das ihre Angebetete als Heiratsantrag und ehe sie sich versehen, planen ihre beiden Familien die Hochzeit. Weil Shira von ihren Ex-Freundinnen ständig umgarnt wird, steht die Vermählung schon bald unter einem schlechten Stern. Dazu kommt, dass ihre jüdische Großmutter Berta heimliche Treffen mit ihrem palästinensischen Liebhaber lbrahim (Salim Daw) hat. Sie will sich ihre Gefühle ihm gegenüber nicht eingestehen und lässt den armen Mann am ausgestreckten Arm verhungern. lhr Problem. So eine Liebe wird in ihrer Familie nicht toleriert!


Samstag, 25.09.2021 / 20:00 Uhr
„Frau Stern“, 2019, Deutschland, 82 Min.
Regie: Anatol Schuster

Frau Stern ist 90 Jahre alt, Jüdin und hat die Nazis überlebt. Sie hat ihr Leben gelebt und will es beenden. Doch der Arzt will ihr nicht helfen, aus der Badewanne und von den Schienen wird sie gerettet. Sie will sich eine Waffe besorgen, aber auch das ist nicht so einfach, obwohl ihre Enkelin Elli den coolsten Dealer in Berlin-Neukölln kennt und sie auch anderen Freunden vorstellt.


Eine 90-jährige Jüdin und Nazi-Überlebende will im Berlin von heute Selbstmord begehen. lndependent-Tragikomödie, die ein skurril-sympathisches und wahrhaftiges Porträt ihrer Hauptfigur erzählt.


Sonntag 26.09.2021 / 15:00 Uhr
„Fanny`s Reise“, 2016, Frankreich, 94 Min.
Regie: Lola Doillon

Frankreich 1943. Die 13-jährige Fanny und ihre jüngeren Schwestern sind zum Schutz vor den Nationalsozialisten in einem Waisenhaus versteckt, einem der letzten Zufluchtsorte für jüdische Kinder. Als die deutschen Truppen vorrücken und die Front sich weiter nach Süden verschiebt, ist die einzige Überlebenschance der Kinder die Flucht in die sichere Schweiz. Dabei wird Fanny unfreiwillig Anführerin einer Gruppe von jüdischen Kindern. Auf dem lebensgefährlichen Weg quer durch Frankreich muss sie ihren ganzen Mut aufbringen, um sich und die anderen zu schützen. lnmitten von Angst, Freude und unerwarteten Begegnungen entdecken die Kinder, wie viel Zusammenhalt und Freundschaft bedeutet.


Fannys Reise ist eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte über Mut, Stärke und Überleben, über ein junges Mädchen, das angesichts von Krieg und Flucht lernt über sich hinauszuwachsen. ln erstaunlich leichtem Ton zeigt der Film, was es bedeutet, wenn Kinder auf sich allein gestellt vor Gewalt flüchten müssen und greift damit ein hochaktuelles Thema auf.

 


Sonntag 26.09.2021 / 20:00 Uhr
„Cresendo“, 2020, Deutschland, 112 Min.
Regie: Dror Zahavi


Eduard Sporck ist ein berühmter Dirigent, der an einer Fankfurter Hochschule unterrichtet. Nun soll er ein Konzert vorbereiten, welches Jugendliche sowohl aus Palästina als auch aus Israel bestreiten. Das Konzert soll aktuelle Friedensverhandlungen zwischen beiden Ländern begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen. Eduard zweifelt. Nicht nur, weil er weiß, dass es nicht einfach wird, beide Seiten zusammenzubringen. Sondern auch, weil er eine schwierige Geschichte in sich trägt.


Und doch weiß er, dass es die Musik ist, die sich gegen alle Grenzen stellt. CRESCENDO von Dror Zahavi ist ein Film über die Kraft der Musik, die Menschen miteinander verbinden kann. Die Last der Geschichte. die sowohl Jugendliche aus Palästina als auch aus lsrael immer mit sich tragen, stellt der Film in vielen Gruppendiskussionen dar. Durch viele kleine Einzelgeschichten und einem überzeugend agierenden jungen Ensemble werden viele Facetten der Auseinandersetzung und des Austauschs gezeigt. Peter Simonischek ist als Eduard Sporck genau die richtige Autoritätsperson, die durch eine eigene berührende Geschichte den jungen Menschen den Weg weisen kann, um sich einer friedlichen Zukunft zu öffnen.


Die wunderschöne gemeinsam erarbeitete Musik setzt den Rahmen der Geschichte. Und so setzt der Film ein mutiges, wichtiges und inspirierendes Zeichen über sein eigentliches Thema hinaus: Dass Grenzen dazu da sind, überwunden zu werden. Durch Zuhören, Reden und Aufeinander zugehen - und natürlich die Kraft der Musik.
 



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